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2011


ein Erweiterungsbau
für die
Erwin-von-Witzleben-Grundschule
Halemweg 34
13627 Berlin-Charlottenburg

ein partizipatives Kunst-am-Bau-Projekt

Kunst-am-Bau ist Auftragskunst. Doch wer ist Auftraggeber, wer formuliert den Auftrag und wer ist am Ende Nutzer und Besitzer des entstandenen Kunstwerks?

An der Erwin-von-Witzleben-Grundschule wurde über den Zeitraum eines ganzen Schuljahrs unter der Beteiligung aller circa 450 Schüler ein Kunst-am-Bau-Projekt durchgeführt. Das Projekt war in den Unterricht integriert und es war ergebnisoffen.

Nach einer Recherchephase, in der Qualitäten und Bedürfnisse der Schule ausgelotet wurden, entstanden in vielen kleinen Teams Fiktionen, Ideen und eine große Menge an Modellen aus den unterschiedlichsten Werkstoffen, die übers gesamte Schulgebäude verteilt ausgestellt waren.
Gleichzeitig drehten die Schülerinnen und Schüler ein Film, der ihren Fragen, den Wünschen und Ideen ihre eigene Sprache verlieh. Für die Kamera und vor der Kamera klären sie für sich selbst und erklären ihren Mitschülern, was sie denken und wollen. Jede Klasse fertigte einen ca. 3 bis 5-minütigen Clip ihrer Arbeit. Weitere filmische Zwischenberichte entstanden für Elternabend oder Schulfest. Der Film protokollierte einerseits das, was erarbeitet worden war und bot zugleich immer wieder eine Verhandlungsbasis für die vielfältigen Entscheidungsprozesse. So war der Film während seines Entstehungsprozesses Werkzeug und gleichzeitig Leitfaden von Klasse zu Klasse, von Lehrerkonferenz zu Elternabend und am Ende auch Souvenir aller seiner Mitarbeiter.
Die zentralen Themen der Schülerinnen und Schüler der Erwin-von-Witzleben-Grundschule – eine Plattform zur Selbstdarstellung und eine Rückzugsmöglichkeit aus dem offenen, von überall einsehbaren Schulhof – mündeten in den Bau einer erhöhten Fläche und in den Umbau der Begrenzung des Schulgeländes. Im Pausenhof entstanden Holzpodeste, die Bühne sein können, Laufsteg oder Kampfarena. Der alte Zaun des Geländes wurde aufgebrochen, einzelne Elemente wurden zum Bürgersteig hin versetzt. Gabionen und Heckenelementen bilden vielfältige Nischen. Ein roter, labyrinthisch mäandernder Zaun begrenzt nun das Schulgelände und beschreibt eine neue Korrespondenz zwischen innen und außen, zwischen Schulhof und Stadtraum.


Dokumentation
Film von Theo Thiesmeier und Stephan Kurr
Kamera / Ton: Schülerin und Schüler der Erwin-von-Witzleben-Grundschule, Stephan Kurr und Theo Thiesmeier
Schnitt: Theo Thiesmeier
Interview: Dr. Silke Feldhoff
23 min.
DVD bestellen: s(at)kurr.org

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Rezeption
In der Zeitschrift
kunststadt stadtkunst Vol. 59 erschien im April 2012 ein Artikel zum Projekt. Die Zeitschrift läßt sich als pdf downloaden
http://www.bbk-kulturwerk.de/con/kulturwerk/front_content.php?idart=2019&refId=235

Weitere Infos unter:
http://www.publicartwiki.org/wiki/..._h%C3%B6her%2C_weiter%2C_ein_Erweiterungsbau%3B_Stephan_Kurr
http://www.erwinvonwitzleben-grundschule.de/schulprojekte/