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KUNST KOMMT VON KURR

Treffen sich zwei Künstler, reden sie über Geld, treffen sich zwei Banker, reden sie über Kunst.

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VITA


Rettet Berlin
Berlin
2004
mit Mari Brellochs

www.sox36.de

"Treffen sich zwei Künstler, reden sie über Geld, treffen sich zwei Banker, reden sie über Kunst."
Wann, fragt man sich, wird das Thema Kunst für die Banker so existentiell, dass sie sich veranlasst sehen einen Aquarellkurs zu belegen.


Der eigentliche Anlass für die Ausstellung "Rettet Berlin" bei sox36 war der Berliner Bankenskandal.
Mit dem "Berliner Bankenskandal" wird der Ruin der landeseigenen Bank Gesellschaft bezeichnet, verursacht durch Vetternwirtschaft mit unseriösen Immobilienfonds. Während die zurückgetretenen Verantwortlichen hohe Renten beziehen,

Die Manager: Klaus-Rüdiger Landowsky: Monatspension € 19 812 (Jahrespension € 237.744); Ulf-Wilhelm Decken: Monatspension; € 19.020 (Jahrespension € 228.240); Jochen Zeelen: Monatspension: € 15.338 (Jahrespension € 184.056); Klaus von der Heyde: Monatspension:€ 17.085 (Jahrespension € 205.020); Norbert Pawlowski: Monatseinkommen geschätzt € 35.000 (Jahrespension € 420.000); Wolfgang Rupf: Monatsgehalt bis Oktober 2006 € ca. 60.000, (Jahresgehalt bis Okt. 2006 € 720.000), danach Pension monatlich € 30.000 (Jahrespension € 360.000); und weitere Vorstände... (weitere Zahlen unter berliner-bankenskandal.de)

bürgen nach einem Senatsbeschluss heute die Bürger Berlins für die hoch verschuldete Bank. Somit ist beispielsweise sichergestellt, dass die bisherigen Profiteure auch weiterhin hohe Renditen aus maroden Immobilienfonds beziehen können.
Kurz vor unserer Ausstellungseröffnung wurde der Antrag auf Volksentscheid über das Weiterbestehen der Berliner Bankgesellschaft vom Berliner Senat abgelehnt. Das Volk darf sich, laut Gesetz, nicht in Haushaltsangelegenheiten einmischen.

Im Geldwesen gibt es keine Demokratie.
Es gibt 5 Weltreligionen, aber nur eine Weltordnung des Geldes, nur einen IWF. Entscheidungen werden nur ganz oben getroffen. Bilanzen werden nicht veröffentlich. Die Protagonisten entziehen sich der Öffentlichkeit. Ein Ausscheren aus der Weltordnung des Geldes ist verboten. Obwohl jeder Mensch Geld benutzt, gibt es keine Mitbestimmung. Es gibt noch keine Emanzipationsbewegung, die Demokratie im Geldwesen fordert.
Noch immer setzt eine kleine Gruppe von globalen Spielern (global players), das Geld der Menschen bei risikoreichen Glücksspielen ein. Mehr als 97% des im Umlauf befindlichen Geldes wird für Finanzgeschäfte benutzt. Nur noch 3% des Geldes dient als Tauschmittel gegen Waren und Dienstleistungen.

Obwohl der Bankenskandal große Löcher in den Berliner Haushalt gerissen hat, hat er nur einen Prozess beschleunigt der in den letzten 20 Jahren für einen grossteil der deutschen Bevölkerung spürbar wurde: Ständig wachsende Schulden.

Geld ohne Zinsen Bankenskandal


Im Rahmen der Ausstellung wurde Alexander Woitas zu einem Vortrag eingeladen.
Er sprach über "Geld ohne Zinsen"


im Casino, Bethanien, Mariannenplatz 2, Mittwoch 3.3.04, 20 Uhr

Einladungstext:

Heute ist Debitismus die globale Wirtschaftsform. Unter dem Druck von Schulden bzw. der Zinslast werden Regierungen, Unternehmen und Individuen gezwungen zu handeln. "Wettbewerbsfähigkeit" und "Rentabilität" zwingen uns zur Ausbeutung aller Ressourcen: Natur, Kultur, soziales Zusammenleben und schließlich zur Selbstausbeutung. Doch manche Probleme dauern zu lange an, um noch als Probleme wahrgenommen zu werden, sie erscheinen wie ein Naturgesetz.

Geld ohne Zinsen ist ein Vortrag über die Missverständnisse zu unserem Geldsystem. Und über die Vision einer Zukunft des Geldes in einer ökonomisch erwachten Gesellschaft. Alexander Woitas zeigt wie das heutige Geldsystem in den Debitismus führte und warum "Geld mit Verfallsdatum" ein adäquates Tauschmittel ist, auch für die Bewertung von Kunst.

Alexander Woitas ist Diplom Wirtschaftsingenieur und arbeitet derzeit an Projekten zur Einführung von Komplementärwährungen, u.a. in Berlin. Er ist in deutschen und internationalen Netzwerken und Organisationen zur Reformierung des bestehenden Geldsystems aktiv.

Für die Ausstellung bei sox36 war es uns wichtig einen Gegenentwurf anzubieten. Im Schaufenster von sox36 war folgender Text auf einer LED-Anzeige zu lesen:

Vorschlag:
Die Stadt bürgt mit Freigeld für die Bankgesellschaft.
Die Bankgesellschaft zahlt ihre Fonds mit Freigeld aus.
Die Stadt akzeptiert Freigeld z.B. in Form von Steuern.
Die Bankgesellschaft wird zur Gesellschaftsbank.
Das verlorene Vertrauen in Politik und Wirtschaft ist zurückgewonnen.
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